Riester kündigen? Erst rechnen.
Was passiert bei einer Kündigung?
Eine Kündigung mit Auszahlung gilt als förderschädliche Verwendung. Die Folgen:
- Alle erhaltenen Zulagen (Grund- und Kinderzulagen) werden zurückgefordert.
- Steuervorteile aus dem Sonderausgabenabzug werden zurückgefordert.
- Erträge im Vertrag werden versteuert.
- Garantien und vereinbarte Rentenfaktoren gehen verloren.
Die vier Alternativen ab 2027
| Weg | Förderung | Typischer Fall |
|---|---|---|
| Weiter besparen | altes Recht (175 € + Kinderzulage, 4-%-Regel) | Niedriges Einkommen mit Kindern, hoher Garantiezins |
| Neue Förderung wählen | neues Recht (bis 540 € + 300 € je Kind) | Höhere Beiträge, keine Kinder, Selbstständige |
| Kapital übertragen | bisherige Förderung bleibt erhalten | Hohe Kosten, lange Restlaufzeit |
| Beitragsfrei stellen | Kapital bleibt gefördert | Wertvolle Garantien, aber neues Produkt gewünscht |
Welche Zulage Sie alt und neu bekämen, zeigt der Riester-Check in sechs Schritten.
Achtung: Automatik beim Neuabschluss
Wer ab 2027 einen neuen geförderten Vertrag abschließt, stellt automatisch alle bestehenden Verträge auf das neue Recht um. Das kann sich lohnen – oder Zulage kosten, etwa bei kleinem Einkommen mit Kindern, wenn der neue Mindestbeitrag von 120 € nicht erreicht wird.
Was kostet ein Wechsel?
Laut Gesetz darf der alte Anbieter in den ersten fünf Jahren nach Vertragsabschluss höchstens 150 € berechnen, danach ist der Wechsel kostenfrei. Der neue Anbieter darf auf das übertragene geförderte Kapital keine Abschlusskosten nehmen, nur eine Verwaltungspauschale von höchstens 150 €.
So gehen Sie vor
- Letzte Standmitteilung heraussuchen (Wert, Beiträge, Zulagen, Garantien, Kosten).
- Riester-Check machen: alte vs. neue Zulage.
- Alternativen zur Kündigung vergleichen.
- Vor jeder Änderung beraten lassen.